Fräsensteuerung

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wolfgang
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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von wolfgang » 05 Okt 2019, 19:30

TaunusBaer hat geschrieben:
04 Okt 2019, 13:08
Okay :D
Hat deine noch Wechselräder oder schon das Schaltgetriebe für den Vorschub(oder auch nicht mehr :D )

Gruß Martin
:mrgreen:

Das Ding hatte schon ein Schaltgetriebe mit den 2 Hebeln, wie auch bei der Drehzahleinstellung. Baujahr war wohl Ende 1950 wie ich gerade von Singer erfuhr.

Der ganze Umbau wird spannend und schwer. Auf dem link von metalworker.eu ist die Trägerplatte des x-Motors ca 195*400mm gefertigt aus 15mm Stahl :shock: als Alter "Flugzeugbauer" ging ich zunächst von LM aus, aber nein, Stahl.

Gruß

Wolfgang
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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von ProgBernie » 05 Okt 2019, 20:03

wolfgang hat geschrieben:
05 Okt 2019, 19:30
Der ganze Umbau wird spannend und schwer. Auf dem link von metalworker.eu ist die Trägerplatte des x-Motors ca 195*400mm gefertigt aus 15mm Stahl :shock: als Alter "Flugzeugbauer" ging ich zunächst von LM aus, aber nein, Stahl.
Aber das muss da kein Stahl sein, 15mm Alu geht da genauso. Dein Antrieb macht ja keine hunderte kNm.
Gruß Bernd

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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von wolfgang » 06 Okt 2019, 11:05

Moin Bernd,
Du hast ja recht. Ich hatte zunächst einige Überlegungen angestellt über generelle Ausführung, Antrieb, Über-/Untersetzungsverhältnisse, El. Ansteuerung etc. Auf gut neudeutsch "Hirnsturm" :mrgreen: . Dann fand ich besagte Website, die meine Ideen teils bestätigte, teils ergänzte. Besagter Konstrukteur ist vermutlich Werkzeugbauer, daher Stahl.
Allerdings ist insbesondere der X-Motorträger gleichzeitig der Lagerträger für die X-Welle, da treten schon Kräfte auf.
Ich bin jetzt dabei die Teile zu Konstruieren, dabei werde ich einmal etwas Rechnen. Dann zeigt sich, was ich eher nehme.
Alu/LM ist leichter, allerdings auch deutlich weicher; das hat 2 Schwachpunkte: Zum einen kann das X-Spindellager das Trägermaterial ausdrücken, zum Anderen sind meine Fräser für die "Produktion" alle für Stahl geschliffen; LM schmiert beim Fräsen wie Hölle und verklebt die Schneiden. Ich muß sehen, ob da spezielle Kühl-/Schmiermittel etwas bringen.

Noch einen schönen Sonntag
vy73

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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von wolfgang » 06 Okt 2019, 13:08

Noch einmal zur Verdeutlichung:

Im zitierten Projekt (PC-Dreh, metalworker.eu) wird diese kleine X-Spindel-Lagerplatte von 193x102mm durch eine wesentlich größere Platte ersetzt, die gleichzeitig den X-Motor und Untersetzung trägt.
IMGP0001a.JPG
IMGP0001a.JPG (214.94 KiB) 257 mal betrachtet
In der Ausbuchtung liegt das X-Wellenlager. Für die Lagerplatte dürfte Stahl sicherlich erforderlich sein. Ob gleich 15mm ist die Frage.

Ich werde den Motor an der Gegenseite anflanschen, denn das Zahnrad werde ich nicht mehr brauchen.
IMGP0012a.JPG
IMGP0012a.JPG (198.63 KiB) 257 mal betrachtet
die Welle liegt schön frei und Kurbel und Skala auf der Gegenseite kann ich weiternutzen.
IMGP0002a.JPG
IMGP0002a.JPG (222.86 KiB) 257 mal betrachtet
Schönen Sonntag
vy73

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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von TaunusBaer » 12 Okt 2019, 13:33

Fehlen dir auch die Getriebeteile in der Konsole ?
Sonst wäre es doch besser den Motor in der Maschine an der Ausgangswelle des Schaltgetriebes für den Vorschub zu verbauen.
FP1 Vorschub.jpg
FP1 Vorschub.jpg (172.95 KiB) 235 mal betrachtet

Gruß Martin

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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von wolfgang » 13 Okt 2019, 12:48

Moin zusammen,

Als erstes wollte ich Mass nehmen bei der Lagerplatte. Da dieses Mass sehr genau sein muss, musste ich die Platte abnehmen um von der ebenen Seite zu messen. Dabei bin ich gleich noch einem zweiten Phänomen auf den Grund gegangen, dem Spiel.

In Y- und Z- Achse habe ich ein Umkehrspiel von 0µ, d.h. die Kurbel reagiert "saugend, schmatzend". In X-Richtung habe ich ein Umkehrspiel von 1,4mm. Beim Handkurbeln fühlt man das einfach raus, elektrisch ist das etwas schwieriger.
Also sicherheitshalber eine neue Spindelmutter bei Singer bestellt und Ausbau der Spindel. Frust, die neue Mutter paßt nicht, fasst nicht. Sie läßt sich nichtmal eine 10tel Umdrehung aufdrehen. Steigung stimmt 4mm, Kerndurchmesser stimmt, Aussendurchmesser läßt sich bei den Muttern schlecht bestimmen, scheint aber different. Original 24mm, Tausch 22mm??.
IMGP0011a.JPG
IMGP0011a.JPG (264.17 KiB) 224 mal betrachtet
Der ganze Spindelstrang
IMGP0007a.JPG
IMGP0007a.JPG (204.61 KiB) 224 mal betrachtet
Um diese Mutter zu lösen braucht es einen Zweidornschlüssel 41mm, möglichst gekröpft.
IMGP0005a.JPG
IMGP0005a.JPG (190.9 KiB) 224 mal betrachtet
Leider git es den nicht, sodaß ich einen simplen verstellbaren Schlüssel genommen habe
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IMGP0006a.JPG (143.75 KiB) 224 mal betrachtet
Da der leicht abrutscht war die Gefahr groß, daß ich mir bei voller Kraftanwendung zwischen den vielen Hebeln der Maschine selbst die Finger breche :shock: . Ging aber gut wegen dicker Handschuhe.

Die verbleibende Maschine:
IMGP0002a.JPG
IMGP0002a.JPG (167.82 KiB) 224 mal betrachtet
Kurbelseite
IMGP0004a.JPG
IMGP0004a.JPG (210.6 KiB) 224 mal betrachtet
Gegenseite, wo ggf der Motor hinkommt

Martin, das ist die Frage. Es hängt vom Standpunkt ab und davon, was man will/braucht.

Sieht man die Deckel als "Museumsstück" wie z.B. unsere Teks, HPs oder so, hast Du uneingeschränkt recht. Dann sollen Änderungen, wenn überhaupt, so unauffällig wie möglich gemacht werden. Sehe ich sie hingegen als "Produktionshilfsmittel", darf ich ein Abwägen aller Vor- und Nachteile vornehmen und die dementsprechend optimale Lösung suchen. Ich bin da noch nicht komplett durch, habe aber schon Präferenzen.

Wenn ich die Maschine, wie Du vorschlägst, ändere, bleibt sie äußerlich unverändert, der Handvorschub kann wahlweise weitergenutzt werden. Der technische Eingriff ist aber gewaltig. De Maschine muß zerlegt werden um den Motor einzubauen, die Motorhalterung muß irgendwie hineingefriemelt werdn.
Der Motor läuft dann in einer "gesättigten Ölatmosphäre im Inneren der Maschine. Und, am wichtigsten, es bleibt eine Einachsmaschine. Der Vorschub kann über die Kulissenschaltung wahlweise in X- oder Z-Richtung geschaltet werden, nicht in Y-Richtung.

Wenn ich hingegen die Motoren an den Kurbelachsen anbringe "verschandele" ich das äußere der Maschine und verliere ggf. die Handkurbeln (Hängt vom Motortyp ab, ob eine Achse oder zwei). Ich habe aber echte Dreiachsfähigkeit und kann, wenn gewollt, direkt eine CNC-Steuerung anschalten um komplizierte Formen zu erzeugen (Modellbau). Außerdem kann der Umbau, bei Erhalt der Funktionsfähigkeit, schrittweise erfolgen.

Mal schauen wie ich da weitermache.

Schönen Sonntag
vy73

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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von TaunusBaer » 15 Okt 2019, 13:52

Achso, du planst einen Motor an jede Achse anzubauen, das ist natürlich etwas anderes.
Ein Tipp, wenn du eine neue Spindelmutter einbaust, an der Spindel bilden sich an der Längsnut an den enden der Gewindegönge scharfe Grate.
Die solltest du mit einem Ölstein entfernen, sonst ruinierst du dir in kürzester Zeit die neue Mutter.
Die Spindel wirkt dann wie ein Gewindeschneider.
Ist der Schwarze Schmier eigentlich Schmutz oder Fett ?
Ich habe aber echte Dreiachsfähigkeit und kann, wenn gewollt, direkt eine CNC-Steuerung anschalten um komplizierte Formen zu erzeugen (Modellbau).
Prinzipiell ja, du hast aber das Problem das du ja beim manuellen Fräsen die jeweils nicht benötigte Achse klemmst.
Bei CNC fällt das weg, richtige 3D fähigkeit mit einer Maschine mit Trapezspindeln ist eher schwierig.

Gruß Martin

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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von wolfgang » 19 Okt 2019, 12:07

Moin Martin,
das Schwarze ist Idealschmiere… :mrgreen: . Gemisch aus Fett und Dreck. Im Rahmen der aktuellen Renovierung reinige ich alle Spindeln, Lager und Flächen und Fette neu.
Ich hatte die Maschine vor ca 10 Jahren gekauft. Es war/ist, wie ich vermute, eine Bastard-(Frankenstein-)Maschine. Der Anbieter hat vermutlich aus Überbleibseln von anderen Maschinen eine Neue aufgebaut. Das wurde jetzt deutlich, als ich die Spindelmutter die nicht passte nach der Geräte-Seriennummer bestellte, beim Zerlegen des Supports eine ältere Seriennummer fand.

Damals konnte ich wählen zwischen dieser FP1 zu einem damals annehmbaren Preis oder moderneren Fernostmaschinen, die bei vernünftiger Qualität deutlich teurer waren.

Die Nachteile, die ich beim Kauf kannte waren:
1. Keine Kühlmittelpumpe. Das habe ich durch einen externen Kühlkreislauf gelöst, der auch für die Drehmaschine genutzt wird. So habe ich weniger Probleme mit gammelnden Kühlmittel und möglichen Undichtigkeiten.

2. Kein Vorschub, weder in X-, noch in Z-Richtung. Da kann ich Kurbeln oder, wie jetzt angedacht, elektrisch schieben.

Die Lager sind gut, die Gleitbahnen und Spindeln ohne Spiel, bis auf die X-Spindel. Hier vermute ich einen „Frankensteinfehler“, die benutzte Mutter paßt nicht zum Lager. Ich vermute, sie ist etwas zu kurz. Möglicherweise helfen da auch Passscheiben. Ich habe zunachst einmal die Spindel zum Anpassen der Mutter geschickt.
Das Spiel der direkt Mutter auf der Spindel ist fühlbar, aber nicht meßbar.
Mit Entsetzen hatte ich gesehen, daß die Spindel allein neu €1.500 kostet, sollte sie auf dem Postweg verloren gehen.

Mit der Klemmung hast Du recht. 2-Achs fräsen macht die FP1 ja über die Spiralfräseinrichtung, nicht über die echten X-, Y-,Z-Wege. Dennoch werde ich es probieren, den zum Einen kommt über Getriebe und Schrittmotor eine erhebliche Hemmung, zum Anderen betreibe ich die Maschine nicht an den Grenzen der Belastbarkeit, so, wie sie einmal entworfen wurde.

Danke für die Warnung vor dem Grat an der Spindelnut. Die ist gottseidank nicht da. Das heißt aber auch, daß die Spindel wenig gebraucht ist.

Bezüglich elektronisches Lineal: Die Markengeräte, passend für die FP1, kosten für X, Y, und Z-Achse zusammen über € 1.000. Ich fand jetzt ein 300 mm Lineal mit Auflösung 10µ für € 30. Natürlich schlechtere Qualität, direkt aus China., wie das kleine Scope, das Martin einmal vorstellte. Das Lineal ist abgesetzt von der Anzeige, mit einem USB-Stecker verbunden.
Ich will einmal schauen, wie gut die Dokumentation ist, ob man die Anzeigewerte auslesen und weiterverwenden kann.

Schönes Wochenende
vy73

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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von ProgBernie » 19 Okt 2019, 23:57

Main Wolfgang!
wolfgang hat geschrieben:
19 Okt 2019, 12:07
Mit Entsetzen hatte ich gesehen, daß die Spindel allein neu €1.500 kostet, sollte sie auf dem Postweg verloren gehen.
Ich habe im Modellbauverein eine Bridgeport zur Verfügung. Leider nicht so universell wie eine FP1. Der Preis neuer Spindeln hat uns auch schnell davon abgehalten, einen Umbau auf CNC zu erwägen.
wolfgang hat geschrieben:
19 Okt 2019, 12:07
Bezüglich elektronisches Lineal: Die Markengeräte, passend für die FP1, kosten für X, Y, und Z-Achse zusammen über € 1.000. Ich fand jetzt ein 300 mm Lineal mit Auflösung 10µ für € 30. Natürlich schlechtere Qualität, direkt aus China., wie das kleine Scope, das Martin einmal vorstellte. Das Lineal ist abgesetzt von der Anzeige, mit einem USB-Stecker verbunden.
Ich will einmal schauen, wie gut die Dokumentation ist, ob man die Anzeigewerte auslesen und weiterverwenden kann.
Die Bridgeport hat ein Längenmeßsystem Heidenhain ND780 an X und Y, Z fehlt. Leider sind die Längenmeßstäbe für das alte System (Sinussignal 1Vss oder 11µAss, SUB-D15) kaum für annehmbares Geld aufzutreiben. Immerhin kann man damit auch so etwas wie Lochkreise etc. ohne Teiltisch anfahren.

Bernd
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Re: Fräsensteuerung

Beitrag von TaunusBaer » 20 Okt 2019, 16:58

Hallo Wolfgang
Im Rahmen der aktuellen Renovierung reinige ich alle Spindeln, Lager und Flächen und Fette neu.
Eigentlich wird an einer FP1 ausser den Motorlagern und den Spindellagern (Horizontal und Vertikal) bei den Nadelgelagerten Maschinen
nichts gefettet !
Ich hoffe mal sehr du hast in diesen Schmiernippel kein Fett gedrückt...
IMGP0002a.JPG
IMGP0002a.JPG (301.55 KiB) 163 mal betrachtet
Dadurch verstopft das gesamte Ölverteilsystem in der Konsole !
Das von außen wieder sauber zu bekommen ist fast unmöglich.

Gruß Martin

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