7904A ausgefallen...

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statron
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7904A ausgefallen...

Beitrag von statron » 18 Jan 2020, 19:17

Leider ist mein 7904A in der Aufwärmphase ausgefallen. Mausetot. Ich war leider nicht in der Nähe. Etwas abgeraucht scheint aber nicht zu sein. Das hätte meine feine Nase im Nachgang ansonsten erkannt.
Bevor ich anfange, den Boliden zu zerlegen und dem Ausfall auf den Grund zu gehen, an euch die Frage, ob es bekannte Bauteilkandidaten gibt, die ich sofort erst einmal untersuchen sollte?

Danke für eure Mithilfe!

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Matt
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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von Matt » 18 Jan 2020, 19:32

Nummer 1: Tantal.

Miss erstmal Spannung, ob eins fehlt.

Grüss
Matt

JanW
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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von JanW » 18 Jan 2020, 20:43

Macht es tickende Geräusche beim Wiedereinschalten? Dann ist die Primärseite des Schaltnetzteils vermutlich in Ordnung. Zieh mal alle Plugins raus und schau mal, ob es dann startet, dann hast Du vielleicht nur ein defektes Plugin.
Ich empfehle Dir diese PDF-Datei:

http://w140.com/Tek_7904_Power_Supply.pdf "Servicing the 7904 High-Efficiency Power Supply (PDF)"

Da wird die Funktionsweise des Netzteils erläutert und es werden Hinweise zur Fehlersuche gegeben. Bei mir (ich habe ein 7904 non-A) war eine Schottky-Diode der sekundärseitigen Gleichrichter kaputt und es kam zu einem Ticken beim Einschalten.
Zum Testen des Netzteils brauchst Du eine Dummy Load, weil es ohne Mindestlast auch im intermittierenden Modus läuft.
Ich habe bei der TekScopes-Newsgroup Informationen über die Mindestlast gefunden und mir seinerzeit mit einem Spreadsheet die nötigen Widerstandswerte und die benötigten Mindest-Verlustleistungen der Widerstände ausgerechnet:
7904-dummy-load.JPG
7904-dummy-load.JPG (35.17 KiB) 4920 mal betrachtet
Zum Testen besorgst Du dir am Besten einen Trenntrafo, sonst kann es brenzlig werden :D

Gruß,

Jan

Martin
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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von Martin » 19 Jan 2020, 09:07

kann ich verleihen, TT 500W.
Drahtwiderstände sind hier auch in großer Menge vorhanden.

lG Martin

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Matt
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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von Matt » 19 Jan 2020, 10:25

Ja, diese Schaltnetzteil ist NICHT leerlauffest. (Jan sagt, dass SNT tickt -> Überspannungsschutz hat eingegriffen)

Trotzdem schreibe ich nicht ohne Grund:Ausfallsursache Nummer eins: Tantal.
Ich stimme Jan zu, mit Einschübe-Rausziehen zwecks einkreisen von Fehler.

Ausfall durch defekte Gleichrichtersdiode in sekundäre Kreis ist auch eine mögliche Grund. (ich habe bisher nur beim Nicolet 440 FFT Analyzer gehabt)

Ich habe 2x Ausfall mit 7904 gehabt, erste liegt an Tantal in 7A26,
Zweite Ausfall ist Elko in primäre Kreis (2x 940µF Elko in Reihe, eine fiel mit Kurzschluss aus > Sicherung flog NICHT, wenn ich ihm mit maximal 170V AC betreibe)


Grüss
Matt

statron
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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von statron » 19 Jan 2020, 20:11

Besten Dank erstmal für eure guten Tips! Ich werde mich belesen und eure Ratschläge beherzigen.
Trennstelltrafo habe ich. An den Einschüben liegt es bei mir nicht, die hatte ich als erstes gezogen.
Ok, dann mach mich mich bei Gelegenheit mal auf die Fehlersuche. Ich bin gespannt, ob ich es schaffe ;-)

Martin
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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von Martin » 19 Jan 2020, 20:30

Matt hat geschrieben:
18 Jan 2020, 19:32
Nummer 1: Tantal.

Miss erstmal Spannung, ob eins fehlt.

Grüss
Matt
Nr.2 : Elkos im Netzteil. Erwischt man oft mit dem Ohm-Meter

lG Martin

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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von statron » 26 Apr 2020, 19:37

Hallo Mitstreiter,
Corona machts möglich...ich komm privat mal wieder zu etwas...
Ich habe heute endlich mal das Netzteil geöffnet und inspziert. Meine Herren, was ist dass denn für ein verbauter Klopper...:-(
Zerlegefreundlich ist etwas anderes. Eine erste Sichtprüfung ergab nichts auffälliges.
Jetzt habe auch erst jetzt verinnerlicht, dass das Netzteil NICHT im Leerlauf betrieben werden kann/darf.
Das macht ein schnellen Test ja ziemlich unmöglich. Bezgl. DummyLoads bin ich leider nicht ausgestattet und wollte mich eigentlich auch nicht soweit aus dem Fenster damit lehnen. Ich überlege, ob ich nicht alle Zuleitungen im geöffneten Zustand wieder anstecken kann und somit wenigstenmal im Primärkreis prüfen kann, bis wohin die 230V anliegen. Sollte doch eigentlich funktionieren.
U.U. könnte ich ja noch passende Verlängerungen anfertigen.

Hm. Für heute reichts mir erst einmal, mich hat auch ein wenig der Mut verlassen.
Ich bin zwar gerne Elektronikbastler, aber Schaltnetzteile sind nie mein Steckenpferd gewesen.

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Matt
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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von Matt » 26 Apr 2020, 19:49

Einfach ihm beim Unterspannung (150-170V ) betreiben und Last (ca 1-1,5A) an Rohspannung *vor* 5V-Regler hängen, dann geht es schon.
Habe ich schon beim 7904 gemacht.


Grüss
Matt

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Re: 7904A ausgefallen...

Beitrag von Oscillar1 » 28 Apr 2020, 10:40

Hallo statron,

ja Tek hat schon beim zweiten Modell aus der 7000er Generation Schaltnetzteile eingesetzt. Weil die Serie kompackt bleiben musste, war das erforderlich. Und diese Serie ist auch kompackt wenn man es mit den anderen Herstellern zur damaligen Zeit vergleicht - die waren ab dem Zeitpunkt ca. 1968 "weg vom Fenster" mit Hochleistungs-Laborsozilloskopen.
Wenn man Platz und die Freude daran hat, sich nun ein zur damaligen Zeit um 1986 29 000DM teueren (ohne Einschübe) 500MHz Gerät zu erfreuen, sollte man die bestehenden pflegen und erhalten.
Schau mal in dem anderen Strang "7904 Anfängerhilfe". Dort habe ich die Ausgangsnetzteilseite eines 7844 abgebildet. Dort die Tanatal-Elkos und auch die anderen Elkos mal messen. Vorne rechts ist das Regelungsteil mit dem TEK speziellen Regelungs-IC zu sehen. So ähnlich kann die Ausgangsnetzteilseite deines 7904 Netzteilbausteinblocks auch aussehen. Ich habe aber auf die Schnelle kein Bild gefunden.
Tantals führen in 90% aller Fälle zu Ziel, aber manchmal wird es auch schwieriger.
Vorsicht wenn du die Primärplatine mit den Elkoanschlüssen offen hast. Da gibt es so eine kleine Glimmlampe. Erst wenn die aufhört zu blinken, dann sind die Spannungen auf der Primärplatine nach den Abschalten ausreichend gefallen.

Gruss
Debo

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