Meratronik V543 DMM

Vorstellung, Diskussion, Restauration
Martin
Site Admin
Beiträge: 472
Registriert: 08 Dez 2018, 19:26

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von Martin » 17 Okt 2020, 19:11

da geht was.
Jetzt hat es noch folgendes Problem:
Die Dezimalpunkte blinken planlos rum, das könnte ein Kontakt- oder Isolationsproblem sein.
543-1.jpg
543-1.jpg (305.11 KiB) 169 mal betrachtet
hier sieht man die schönen ZM566 und links die + - ~
566.jpg
566.jpg (375.78 KiB) 168 mal betrachtet

Martin
Site Admin
Beiträge: 472
Registriert: 08 Dez 2018, 19:26

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von Martin » 18 Okt 2020, 09:54

Die Siebelkos in beiden Versorgungen sind erneuert, daran liegts nicht.
Was mich wundert ist dieses Oszilieren der Lämpchen, ein kaputter 74141 macht das eher nicht. Es ist nicht gleichmäßig sondern random, erinnert also mehr an Isolationsfehler.

Das DMM verwendet einen 74141 zum decodieren für die kommalämpchen, genau da ist das Problem. Ich setze einen oszi auf die eingänge und schau mal ob da was osziliert

/edit:
Hochinteressante Entdeckung: Wenn man das aktive Gasbirnchen extern beleuchtet, zB. mit dem Handy, dann hören die anderen auf mit dem Geflacker und alles funktioniert. Was ist denn hier los? Es ist keine Diode oder sonstiges im Gelände was diese Reaktion auf Beleuchtung erklären könnte

Martin
Site Admin
Beiträge: 472
Registriert: 08 Dez 2018, 19:26

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von Martin » 18 Okt 2020, 12:38

repariert.
Es hatte eine marode Leiterbahn im Versorgungsteil der Anzeige,
deswegen hatte der Siebelko keinen Kontakt und die +200V war Gehacktes.
Es funktioniert damit tadellos, ausgenommen die Kommalämpchen..
Wie Matt schon schrieb, Leiterbahnen sind bei den Kisten kein Qualitätsmerkmal !

Unabhängig davon interessiert es mit trotzdem wie ein Gaslämpchen auf externes Licht reagieren kann

Benutzeravatar
ProgBernie
Beiträge: 168
Registriert: 19 Dez 2018, 22:49

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von ProgBernie » 18 Okt 2020, 18:30

Martin hat geschrieben:
18 Okt 2020, 09:54
Hochinteressante Entdeckung: Wenn man das aktive Gasbirnchen extern beleuchtet, zB. mit dem Handy, dann hören die anderen auf mit dem Geflacker und alles funktioniert. Was ist denn hier los? Es ist keine Diode oder sonstiges im Gelände was diese Reaktion auf Beleuchtung erklären könnte
Verringerung der Ionisationsspannung durch externe Energiezufuhr. Teilweise enthielten Glimmlämpchen zu dem Zwecke eine geringe Menge radioaktiven Materials, das sind dann die die im Dunkeln nicht zünden wenn der Vorrat langsam zur Neige geht. Betrifft gerne Geräte an 110V in USAnien.
Gruß Bernd

Benutzeravatar
Matt
Beiträge: 289
Registriert: 08 Dez 2018, 19:41

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von Matt » 18 Okt 2020, 19:00

Achja! Glimmlampe gehört hier auch zum erneuern. Zündspannung/Brennspannung ist stark geändert, dass andere gezündet wird. Das ist auch Standardfehler beim V543.
@Bernd, ja Krypton85 ist oft eingefüllt, ich habe paar Glimmstabi mit Trefoil-Aufdruckt.

Ich warne nicht ohne Spass bei Lötarbeit auf dieser Leiterplatte, es ist wirklich sehr schlecht, dass ich als Lotkolbengott schon aufpassen müsste. Nur Pertinax-Platine aus Anfangszeit ist empfindlicher.

Grüss
Matt

Martin
Site Admin
Beiträge: 472
Registriert: 08 Dez 2018, 19:26

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von Martin » 18 Okt 2020, 19:53

ist ganz nett geworden 8-) wenn man mal die Brille vergessen hat ist das eine echte Alternative.
Die +200V sind ungeregelt, bei meinem gehts bis 223V hinauf.
543-2.jpg
543-2.jpg (355.28 KiB) 124 mal betrachtet

chronos42
Beiträge: 62
Registriert: 14 Dez 2018, 19:36
Wohnort: Karlsruhe

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von chronos42 » 18 Okt 2020, 23:18

Warum haben die Ostgeräte eigentlich oft so beschissene Leiterplatten gehabt? Ist mir auch bei russischen Geräten schon aufgefallen. Mir ging es da wie Matt, ich behaupte von mir, dass ich wirklich gut löten kann, aber so schnell wie ich da die abgelösten Lötpads an der Lötspitze kleben hatte konnte ich gar nicht fluchen.
Es war trotz größter Vorsicht nicht möglich irgend etwas ohne Beschädigung der Leiterplatte abzulöten, um einen Fehler einzukereisen (Die berühmt berüchtigten roten "Arbeiterfahnen" Keramik Cs mit Kurzschluss). Ist dann letztendlich im Wertstoffhof gelandet, da eine Reparatur kaum möglich war und das Gerät an sich auch recht uninteressant gewesen ist.
Ich mag alte Ostgeräte deswegen nicht, Ausnahme DDR Technik, zumindest die DDR Messtechnik, die ich bisher gesehen und teilweise auch besessen habe, war qualitativ immer gut und auf Langlebigkeit ausgelegt. Hatte in der Vergangenheit einige DDR Multimeter, produziert in den letzten Jahren der DDR, die waren sehr schön und hochwertig aufgebaut und hätten bestimmt lange Zeit problemlos funktioniert, wären nicht die OpAmps mit Fet-Eingang, Hergestellt von Tesla, verreckt. Ausgestattet mit einem zuverlässigen West OpAmp liefen diese Geräte bei mir noch viele Jahre, bevor ich sie voll funktionsfähig verkauft habe. Ich bin mir ziemlich sicher dass die heute noch funktionieren.

Aber schön dass das Mera wieder funktioniert. Korrodieren die Sicherungen und der Halter eigentlich tatsächlich von selbst (mit Hilfe der Luftfeuchtigkeit) oder haben da die Elkos ihren Teil dazu beigetragen?

Benutzeravatar
Matt
Beiträge: 289
Registriert: 08 Dez 2018, 19:41

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von Matt » 19 Okt 2020, 06:37

Sicherungshalter ist nicht Problem, sondern Sicherung ist Problem.(DDR, nicht aus Polen, wo Meratronik kommt) Recht bekannte Problem bei DDR produzierte Gerät. Das ist erste, was ich beim Ostgerät erneuere. Ja, Luftfeuchtigkeit beschleunigt es sehr.
Platine-Qualität: Keine Ahnung , ob CoCom-Embargo schuldig an beschissene Platine ist, aufjedensfalls hat DDR -Industrie geschafft brauchbare Platine zu produzieren (Ausnahme: Zeug aus Platine-Anfangszeit)

Ich habe schon 4 Meratronik V543 repariert. nur einer hat brauchbare Platine-Qualität, Rest ist recht beschissen und bei einer ist auch sogar schlechte Lötzinn Ausfallsgrund. -> Nachgelötet -> blubbert wie blöde.

Benutzeravatar
ProgBernie
Beiträge: 168
Registriert: 19 Dez 2018, 22:49

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von ProgBernie » 19 Okt 2020, 15:32

Matt hat geschrieben:
18 Okt 2020, 19:00
Ich warne nicht ohne Spass bei Lötarbeit auf dieser Leiterplatte, es ist wirklich sehr schlecht, dass ich als Lotkolbengott schon aufpassen müsste. Nur Pertinax-Platine aus Anfangszeit ist empfindlicher.
Ich habe vor kurzem ein altes DDR-Telefon, Luxusausführung LF66 = Lautfernsprecher mit Mithören über Lautsprecher, Freisprechen etc. repariert. War nämlich zunächst ein Leisefernsprecher. Die Pertiknax-Platinen sind mir aber nicht als besonders empfindlich aufgefallen, das war alles unproblematisch. Die Germanen waren alle noch in Ordnung, lediglich die Elkos waren hin (Schneemänner bzw. Weißkäseelkos)

Bernd
Gruß Bernd

Benutzeravatar
Matt
Beiträge: 289
Registriert: 08 Dez 2018, 19:41

Re: Meratronik V543 DMM

Beitrag von Matt » 19 Okt 2020, 15:38

Schneemännchen -> wohl nicht aus 1950/ frühe 60er Jahre.. Es gab Röhrenradio aus DDR mit Pertinax-Platine.. der Leiterbahnen löst schon beim schiefangucken ab.

Ne Bild mit schlechte Lötzinn als Ausfallsgrund.
mera.JPG
mera.JPG (506.65 KiB) 103 mal betrachtet

Antworten