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Ein Exemplar des bekannten Tektronix Elektorbuch von Artur Seibt in der Bucht
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25.03.18 19:28
Oscillar1 
Ein Exemplar des bekannten Tektronix Elektorbuch von Artur Seibt in der Bucht

Hallo Zusammen,

momentan ist ein Exemplar "Handbuch Oszilloskoptechnik" von Artur Seibt vom Elektorverlag 1995 abgreifbar. Auktion Nr.: 142709854037
Artur Seibt hat die TEK Brille auf und beschreibt Tek Schaltungstechnik auf anschauliche Weise. Damals waren ja die ersten Digitalmodelle schon seit Mitte der 1985er Jahren am laufen (HP stieg früher als TEK aus der Analogscopewelt aus) mit langsamen Wandlern und viel Interpolation, so daß der Anwender schon vorher wissen musste inwieweit er Mist sieht
Zu recht kritisiert er die damalige Digiscopesituation auf amüsante Weise. In jedem Fall lesenswert!

Gruss
Debo

Zuletzt bearbeitet am 25.03.18 19:34

25.03.18 21:05
TaunusBaer 
Re: Ein Exemplar des bekannten Tektronix Elektorbuch von Artur Seibt in der Bucht

Hallo Debo

Vielen Dank, da hab ich gleich mal zugeschlagen
Das ist nämlich wohl das Buch das ich schon lange suche.
Ich hatte das vor ewigkeiten mal in einer Buchhandlung in der Hand und hab es damals nicht gekauft.
Ich kann mich nur noch daran erinnern, das das sehr Tek-Lastig war und recht ausführlich die Vorzüge der
einzelnen Modelle der 7K Serie beschrieben waren.

Da ich das Buch von Lipinski "Das Oszilloskop : Funktion und Anwendung" schon habe blieb noch die Buchreihe von Hüthig
aber die war es auch nicht.
So bin ich jetzt höchstwarscheinlich fündig geworden.

Falls noch jemand eins sucht, beim ZVAB ist noch eine Ausgabe von 1999 verfügbar, wäre Interessant ob sich das Inhaltlich unterscheidet.

Das Buch von Klaus Lipinski ist auch sehr zu empfehlen, unter Anderem gibt es eine Schaltungsbeschreibung des Readout-Systems in Deutsch.

Gruß Martin

25.03.18 22:47
Peter7000 

Re: Ein Exemplar des bekannten Tektronix Elektorbuch von Artur Seibt in der Bucht

Ist das die Vorgängerversion von http://w140.com/Handbook_of_Oscilloscope_Technology.pdf?

Das ist ein sehr originelles Machwerk ... einerseits Loblieder auf die Tek Scopes <= 7104, andererseits teilweise absonderliche Ansichten, wie z.B. dass Halbleiter-Audioverstärker so "schlecht klingen", weil die arme Gegenkopplung ständig mit den Thermals im Clinch liege, und deshalb "Geister" vorhergegangener Signale im System wären. Ohje.

Auch die in der 2005er Version immer noch enthaltenen Tiraden gegen DSOs zeigen eigentlich nur, dass der Autor in den 80ern steckengeblieben war. Ja, ich habe selber noch (~1983?) so billige 20 MHz <1 MS/s Gurken in der Hand gehabt, die bei der kleinsten Provokation Aliase angezeigt haben ... das war 2005 aber auch schon Ur- und Frühgeschichte.

Und die krausen Ausführungen zum Abtasttheorem finde ich schlicht unerträglich - der Gipfel ist die Aussage "DSOs are not applicable to the display of unknown signals."

27.03.18 21:15
chronos42 
Re: Ein Exemplar des bekannten Tektronix Elektorbuch von Artur Seibt in der Bucht

Hallo zusammen,

Ich habe das Buch von Artur Seibt mal gebraucht bei Amazon gekauft und dort auch eine Bewertung hinterlassen.
Ich zitiere mich mal selbst:

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Ich sehe das Buch zwiespältig.
Auf der einen Seite ist es sehr hilfreich, informativ und nützlich. Vor allem die Beschreibung analoger Schaltungstechniken sind bis heute gültig, unabhängig davon, dass es mittlerweile keine neu produzierten analogen Oszilloskope mehr gibt. Für andere Anwendungen sind diese Beschreibungen nach wie vor wichtig und richtig. In diesem Punkt ist das Buch ausgezeichnet und zeigt die sehr große Sachkenntnis des Autors.

Im Zusammenhang mit digitalen Oszilloskopen ist es leider genau umgekehrt, hier wird es stellenweise geradezu lächerlich, was der Autor zu diesem Gerätetyp schreibt. Er hat, wie viele Ingenieure und Techniker "der alten Schule" leider nicht verstanden, dass man ein digitales Scope deutlich anders bedienen muss als ein analoges und dass für dessen Bedienung und der Interpretation der Messungen ein tieferes Verständnis der digitalen Signalverarbeitung notwendig ist als bei der Anwendung analoger Geräte. Es werden nur die scheinbaren (und tatsächlichen) Nachteile digitaler Geräte betont, nicht aber deren immense Vorteile, ohne die Entwicklung moderner Elektronik gar nicht möglich wäre. Die extrem einseitige Darstellung ist stellenweise fast schon grotesk, genau so wie die Geräteempfehlungen. So wird z.B. statt dem Kauf eines digitalen Gerätes irgend ein gebrauchten Plunder aus den 60er Jahren empfohlen. Das sind die Stellen, wo das Buch einfach nur unfreiwillig komisch ist.

So sehr ich Teile des Buches schätze, aber der Mann hat die Entwicklung ab den 90er Jahren irgendwie verschlafen. Zwar hatten die digitalen Geräte zu dem Zeitpunkt, als das Buch geschrieben wurde, tatsächlich noch einige Einschränkungen, welches das Arbeiten damit aufwändiger machte (Z.B. wenig Samplingspeicher, langsame ADCs und damit notwendige Samplingmethoden, welche bei bestimmten Messaufgaben Probleme hatten, umfangreiche Einstellungen, mit denen viele Anwender mangels Schulung überfordert waren.). Das alles gilt für aktuelle Geräte in keiner Weise mehr. Alles was in dem Buch zu digitalen Oszilloskopen steht, ist mittlerweile vollkommen irrelevant.
Ignoriert man diese Abschnitte, dann hat man aber ein ganz ausgezeichnetes Fachbuch über analoge Schaltungstechnik und Messtechnik mit Oszilloskopen, welches auch heute noch seine uneingeschränkte Berechtigung hat. Ich kenne keine bessere Literatur zu diesem Thema als dieses Buch.
Neu ist das Buch leider nicht mehr zu bekommen, wer es gebraucht irgendwo findet, sollte es sich zulegen, wenn ihn das Thema analoge Schaltungstechnik und Messtechnik im allgemeinen interessiert.
Schade, dass dieses Buch keine neue Auflage mehr bekommen hat, welches es auf den aktuellen Stand bringt.

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Also das Buch ist hochgradig interessant für Tek Fans und Analogtechniker, daran gibt es überhaupt gar keinen Zweifel.
Hätte er sich doch nur die Triaden gegen Digitalgeräte verkniffen. In den Beispielen sieht man, wie die Geräte falsch eingesetzt und die Bedienung nicht verstanden wurde, ob vorsätzlich oder aus Unkenntnis weiß ich nicht. Aufgrund der hohen Kompetenz des Autors gehe ich persönlich von ideologiebedingtem Vorsatz aus. Dieser Abschnitt ist auch sehr subjektiv geschrieben. Wenn man das alles aber ignoriert bietet der Rest immer noch genügend interessanten Lesestoff. Im Internet kursiert eine PDF Version, in der aber leider alle Abbildungen fehlen. Wer das Buch irgendwo findet soll es kaufen, es lohnt sich trotz allem wirklich!
Einer der Fälle wo ich jemanden sehr schätze obwohl ich in wesentlichen Punkten komplett andere Meinung bin.
Ich habe mir schon überlegt ein PDF des kompletten Buches zu erstellen und anderen bereit zu stellen, aber da mir der Copyrightstatus nicht bekannt ist lasse ich das. Auf Abmahnungen und Rechtsanwaltskosten habe ich keine Lust.

Gruß

KL

Zuletzt bearbeitet am 27.03.18 21:25

02.04.18 19:40
benedienst 

Moderator

Re: Ein Exemplar des bekannten Tektronix Elektorbuch von Artur Seibt in der Bucht

Ich kenne dieses Buch und habe es auch gelesen.
Ich sehe es genau so wie du, allerdings noch etwas Krasser, da ich auch die frühen DSO's von Tek und Agilent kenne. LeCroy lasse ich mal außen vor, da die selbst heute noch Probleme haben die schon längst gelöst hätten sein sollen.
Was ich sagen kann ist: Digitaloszilloskope haben in den späten Siebzigern mit ihrem Aufkommen und in den achzigern ihren Jugendtagen teils merkwürdige Blüten getragen, besonders gut an den Minimalistischen 11k Serie von Tek zu sehen, Bis auf die Kanalselektoren war alles nur noch Softkey und Touch screen, allerdings mit einer Technik die der Rede nicht wert ist, was die Scopes extrem Benutzerunfreundlich machte. Die dahinterstehende Signalverarbeitung hat sich jedoch kaum geändert, SinX/X Interpolierung, Boxcar (HiRes) und andere gab es schon damals. Das Problem mit mangelnder Speichertiefe ist ein anderes, aber schon damals kannte man Nyquist und sein Theorem, weswegen auch lange kein DSO als "Real Time" bezeichnet wurde. Aber auch das War mit den ersten TDS Serie Scopes von Tek (immer noch späte Achtziger) passee.

lg
Bene

03.04.18 21:23
chronos42 
Re: Ein Exemplar des bekannten Tektronix Elektorbuch von Artur Seibt in der Bucht

Hallo Bene,

Die Probleme waren endgültig gelöst mit Teks Digital Phosphor Schaltungen und vergleichbarem bei anderen Herstellern. (Zusätzliche Helligkeitsmodulation ermittelt aus den übereinandergelegten Daten vieler Einzelereignisse). Damit gab es keine Vorteile mehr bei analogen Geräten.
Aber auch vorher konnte man mit der korrekten(!!) Wahl der zur Messaufgabe passenden Samplingmethode (vor allem HiRes oder Peak) sehr viele Probleme umgehen.
Und genau hier werfe ich dem Autor vor darauf nicht eingegangen zu sein, sondern nur die Nachteile damaliger DSOs zu nennen. Und das auch oft anhand konstruierter Beispiele, bei denen die Geräte falsch bedient wurden.
Eine neutrale Gegenüberstellung von Vor und Nachteilen mit entsprechenden Lösungsmöglichkeiten wäre ja völlig ok gewesen, aber das was er in dem Punkt statt dessen abgeliefert hat war leider einfach indiskutabel.
Vieles von dem Unsinn hat sich bis heute bei notorischen Analogfans fest eingebrannt und taucht immer und immer wieder in Diskussionen auf.

Trotzdem ist das Buch absolut lesenswert und sehr informativ, ich kann mich da nur wiederholen.
Es beschreibt viele Schaltungstechniken, deren Probleme und Lösungen.
Einiges davon verstehe ich allerdings bis heute nicht wirklich, ob das an mir liegt oder am Autor kann ich nicht sagen.
Manche Erklärungen sind oft etwas um "einige Ecken gedacht" und nicht immer sofort nachvollziehbar, zumindest für mich nicht, obwohl ich schon von mir behaupten kann etwas Ahnung von dem Thema zu haben.
Beispiel (in der deutschen Ausgabe von 1995) Seite 75, HF-Kompensation. Um das zu verstehen musste ich es auch mindestens 10 mal durchlesen.
Andererseits macht eben genau so etwas das Buch hochinteressant und ziemlich einmalig.

Gruß

KL

Zuletzt bearbeitet am 03.04.18 22:47

08.04.18 14:43
benedienst 

Moderator

Re: Ein Exemplar des bekannten Tektronix Elektorbuch von Artur Seibt in der Bucht

Stimme ich dir voll zu.

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