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Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest
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04.01.18 19:11
Matt 

Administrator

Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Spasserhalber habe ich ACQ Board fotografiert und jeder gefundene Unterbrechung mit gelbe Strich & Punkte als Überbrückung reingemalt. Kein Gewähr auf Vollständigkeit ;-)


VCO Board ist da nicht berücksichtigt.

Grüss
Matt

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IMG_20180104_172637_markierung.jpg IMG_20180104_172637_markierung.jpg (48x)

Mime-Type: image/jpeg, 2.036 kB

04.01.18 20:35
chronos42 
Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Hallo,

Ja, das kenne ich. Zum Glück sind bis auf einige select Leitungen die Adress und Datenleitung immer in einem achter-Block miteinander verbunden, so dass man die Unterbrechungen meist recht einfach finden kann indem man mittels Durchgangsprüfer testet, ob alle Chips eines Blocks an den Adress und Dateleitungen hängen.

Die SRAMS sind leider sehr anfällig gegen eingedrungenes Elektrolyt was manchmal zu schwer zu findenden sporadischen Fehlern führt. Diese lassen sich aber durch Erwärmen und Abkühlen provozieren oder mindern, so dass man defekte RAMs doch lokalisieren kann.
Unterbrochene Adress und Datenleitungen bringen einen Fehlercode, im Schaltplan ist eine Erklärung, wie man daraus den betroffenen Chip lokalisieren kann. (Führt aber leider nicht immer zum richtigen Ergebnis)

04.01.18 20:46
Matt 

Administrator

Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Ich hatte ausgelötet und mit Entlötlitze sauber gemacht und geputzt. Danach beginnt Spass mit Durchgangprüfer. (ich kann den wegen Gehör nicht benutzen, hierfür kommt DMM)
Meiste Unterbrechung der Leiterbahnen ist zwischen Rand des Lötstopp und Lötpad zu finden, dort gibt mikroskopisch feine Unterbrechung.
Vorwiegend Leiterbahnen mit ausgeprängte negative Potenzial gegenüber Nachbarn ist betroffen. (damit kann es schon -15V für OPV und ECL_Datenleitung durch Gebiet mit vorwiegend positive Spannung sein.)

SRAM, deshalb wollte ich auch einige SRAM von dir aus Schrottplatine haben, damit ich in Zukunft keine Ärger mit ihm haben werde. Schade, dass 540er andere SRAM nutzt.

Dir fällt vielleicht auf, dass ich ihm mit Tantal anstelle Elko bestückt, der auch noch falsche Werte aufweist (47µF anstelle 33µF)
Daran liegt, dass ich mehre Platine mit viele Tantal und TL052 & LMC6484 zum ausschlachten besitze.
Dafür hat VCO Platine nur eine Elko (in orginale Zustand ist 2x Elko verbaut), damit der zuverlässig anschwingt, denn ich habe gelesen, dass es mit Tantal bzw. MLCC nicht anschwingt. Diese Ärger wollen ich vermeiden.

Immerwieder denke ich, dass Elko-Pest bei diese TDS520 gimpflich gelaufen ist.

Grüss
Matt

05.01.18 11:37
chronos42 
Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Hallo Matt,

Ja, das sind auch meine Erfahrungen. Die Unterbrechungen treten entweder direkt neben den PADs auf, genau an der kleinen Stelle, wo kein Stopplack ist, oder bei den Durchkontaktierungen. Da ganz besonders bei denen, welche auf die +/- 15V Versorgungslayer gehen. Man muss die Versorgungspins aller analogen Chips testen, on sie noch am Versorgungsnetz hängen.

die RAMs findet man immer wieder mal bei eBay Händlern. Ich habe für zwei meiner TDS 540 mit erweiterter RAM Option den gesamten Vorrat eines israelischen Anbieters gekauft und die fast alle gebraucht. Bei einem Gerät, bei dem die RAMs besonders von der Elkopest betroffen waren, fielen im Abstand von Monaten immer wieder RAMs aus, insgesamt musste ich 7 Stück ersetzen. Seitdem läuft es zuverlässig.

Ganz wichtig bei der Ersatzteilbeschaffung ist der richtige Typ bezüglich des Timingverhaltens. Der Speicher darf weder zu langsam noch zu schnell sein. "Je schneller desto besser" stimmt hier nicht, die Laufzeiten in den RAMs sind Teil des gesamten Timings.

Bei der Neubestückung habe ich immer Elkos eingesetzt, eben weil ich Probleme vermeiden wollte die dadurch entstehen, dass die Spannungen zu sauber sind. Elkos in guter Qualität gibt es problemlos. Ich empfehle entweder Panasonic oder hochwertige Typen von Würth. Letztere bekommt man am einfachsten bei Conrad. Bauform beachten, mir ist es auch schon passiert, dass ich welche bestellt habe, die zu groß waren. Falls in der passenden Bauform erhältlich sollte man für die 10V Typen versuchen Elkos zu nehmen, die eine höhere Spannung haben als die Originaltypen. Tek hat in den TDS 540 10V Typen eingesetzt, die mit 12V betrieben wurden. Das ist, abhängig vom Hersteller, gerade noch zulässig und auch nicht die Ursache für die Elkopest. Dennoch sollte man versuchen das zu vermeiden. Beim Einsatz von Tantals mit 10V Spannungsfestigkeit ist das aber definitiv ein Problem!

05.01.18 15:12
Matt 

Administrator

Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Oh, das ist nicht erstemal, dass Tek Elko über/nah Grenzspannung betreibt ( 7CT1N, 7633 HV Teil)
Meine Erfahrung lehrt mich: Tantal ist recht zuverlässig (nur SMD), wenn ich ihm bis etwa über Hälfte von angegebene Spannungsfestigkeit betreibt.


Zu meine Schandtat bzw. Idiot-Tat:
Ich müsste zugeben, dass ich nach kurze Sichtung nach unterschiedliche Kapazität & Spannungsfestigkeit von Elko denke: Ah, dort ist nur 33µF 10V verbaut, ich lötete alles raus.

Später fällt mir auf, dass mehre 10µF 35V in Elko-Haufen eingeschliechen ist....SCHEISSE!!
Ich habe alles rausgelötet , nicht notiert und auch nichtmal Foto davon gemacht.

Dann habe ich es(nach Waschen & Trocknung) in Betrieb genohmen, Spannung an Lötpad gemesst und alle Stelle bis zu 5V Spannung wird mit weisse Punkt markiert. Alle Lötpad mit weisse Punkt bekommt 47µF 10/16V Tantal, bei SRAM wurde 100µF 10V (dafür ist eine Lötpad frei geblieben) verbaut.
Restliche Lötpad ohne weisse Punkt bekommt 10µF 25V Tantal.

Ja, das war echt dumm von mir, aber es hat mich dank viele Schlachtplatine nichts gekostet.

Später wird dann weisse Punkt während Reparatur & intensive Säuberung abgewischt.

Grüss
Matt

09.01.18 15:22
Matt 

Administrator

Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Ich war heute beim Post, habe Packerl von Karlheinz abgeholt und eben ist eingelötet. Herzlich DANKE :-)


Fehlermeldung ist immernoch da, auch nach SPC (signal path compensation ) kommt "Compensation ERROR".

Jedoch ist Offset-Fehler von Kanal 2 100% beseitigt und Messwerte an diese Ausgang (mit kaputte ADC beträgt -5V) -1,7 bzw. -0,7V.
Schwingende Darstellung ist auch verschwundet.

Damit ist ADC Baustelle beendet. Es ist noch zu klären, warum beim SPC Fehler gibt.
Fehlerspeicher sagt:
* 2260 Calibration failed repet cal error, (weglaufende Abgleich, verstehe ich richtig ?)
*ERROR diagnostic test failure ctlConfidcencDiag 2.50e9 <= exp 1.80e-8 <= actual = 4 (SRAM ? )


Spärliche Darstellung in Sampling-modus ist immernoch da. Bisher habe ich es Schuld an kaputte ADC geschoben.

Grüss
Matt

09.01.18 17:30
Matt 

Administrator

Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Zitieren:
* 2260 Calibration failed repet cal error,
Warscheinlich war Tek noch nicht optimal tempertiert.
Zitieren:
*ERROR diagnostic test failure ctlConfidcencDiag 2.50e9 <= exp 1.80e-8 <= actual = 4
Nach einige Zeit hab ich doch am Ende richtig vermutet: Time Interpolator & Jitter-Ramp.

BÄH, müsste nochmals sitzen und kontrolliert.


dafür ne schönes Bild: TDS520 wurde auf schnelle Art mit VGA Buchse nachgerüstet. (Monitor bekommt hier nur Grün-Signal)


Grüss
Matt

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Mime-Type: image/jpeg, 162 kB

09.01.18 18:10
chronos42 
Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Hallo Matt,

Fehler im de-jitter sieht man nur bei schnellen Ablenkungen. Am besten mit ca. 100Mhz testen, sampling dabei auf realtime schalten. Wenn er jetzt deutlich horizontal jittert ist da noch was defekt. Die Fehlermeldung deutet höchstwahrscheinlich darauf hin, dass die vom DAC auf der ACQ Platine, zusammen mit einem Verteilernetz, bestehend aus Analogschaltern und S&H Stufen, falsche Werte liefert oder diese driften. Alle sample & hold Stufen überprüfen. Dort besonders auch die 100nF smd Kondensatoren. Darunter setzt sich gerne Elektrolyt ab, was zu massiven Störungen führt. Vorsicht, die 100nF 1206 Sampling-Kondensatoren müssen COG oder vergleichbar sein, KEINE X7R. Auch die Analogschalter vertragen es überhaupt nicht mit Elektrolyt geflutet zu werden. Alle Bauteile ersetzen, die auch nur die geringsten Korrosionsschäden zeigen. nur so wird das Gerät wieder langfristig zuverlässig funktionieren. Lieber zu viel als zu wenig tauschen. Das sind fast alles Cent Artikel, hier zu sparen ist Unfug.

Speicherfehler sehen anders aus, da stehen die hex Adressen dabei, wo es zu Fehlern kommt.

09.01.18 18:52
Matt 

Administrator

Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Uuhh.. dann müsste ich schauen, ob auf Schlachtplatine paar solecher Keramikkondensator drauf ist (nicht TEK, sondern von meine Arbeitsgeber, der oft hochwertige Teile verbaut, ob es auch NPO verbaut... ?)
Es ist auch nicht getauscht, da es bei optische Kontrolle unauffällig ist, nur paar Widerstand wurde erneuert, da es braunschwarz an ihre Boden ist. Ich stimmte dich völlig zu, dass zu viele Tausch bei diese Reparatur besser beratet ist.

Analogschalter und OPV ist fast komplett ausgetauscht. Nur DG444 (hab keine da) und 4x TL074.
2x TL074 sind korrodiert, wegen LatchUp wurde es zurückgetauscht, wo da neue TL054 zerstört geworden ist.
Es eilt aber nicht, denn beide TL074 steuert VCO und Timing-IC an und erfüllt Grundaufgabe gut. Dass ich es gegen TL054 tauschen wird, ist selbstverständlich.

Problem schaut so aus: ab 100ns ( Sampling-Mode , = ET ) macht der sehr wenige Punkte, sobald es getriggert wird.

Time-Interpolator & Jitter-Ramp 2 macht gar nichts, wenn es getriggert wird.
Daran müsste Problem liegen, dass der sehr wenige Punkte macht.
Sobald es freiläuft, dann ist Punkte genung da.

Grüss
Matt

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IMG_20171227_205404.jpg IMG_20171227_205404.jpg (27x)

Mime-Type: image/jpeg, 176 kB

09.01.18 20:24
chronos42 
Re: Tektronix TDS520 und ihre Elko-Pest

Hallo Matt,

Hm, schwer zu sagen.
jitter ramp zwei ist für den zweiten (delayed) Trigger, wenn ich mich richtig erinnere ist das normal, dass die im Standard Triggermode nichts macht. (Bin mir aber nicht mehr 100% sicher) Schau mal was sie macht, wenn Du den delayed Trigger dazu nimmst.

Was noch zu testen wäre:

Funktioniert die Jitter ramp im realtime mode richtig? Das ist ganz wichtig zu wissen.
Ansonsten sieht es tatsächlich so aus dass das Timing der beiden ADCs nicht stimmt, also vermutlich time interpolator.
Was passiert im realtime mode, wenn beide ADCs für nur einen Kanal arbeiten? Dann sind sie zusammengeschaltet und samplen abwechselnd. Stimmt da die Darstellung oder sind auch Fehler zu sehen?

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