WIGgen

Antworten
Benutzeravatar
wolfgang
Beiträge: 37
Registriert: 10 Dez 2018, 09:58
Wohnort: Hamminkeln

WIGgen

Beitrag von wolfgang » 04 Jul 2019, 15:39

Hallo Martin,
ich übe gerade WIG-schweissen an ALU. Es funktioniert, das Stahlwerk-Gerät ist für den Preis sehr gut ("Billige" Geräte vom Schweissgerätehändler liegen so um 1,2 - 1,3 k€, das von Stahlwerk so um 0,45 k€) Noch muß ich den Automatikspiegel richtig einstellen, aber die Naht wird immer besser. Wie vor 50 Jahren in der Lehrwerkstatt üben, üben, üben :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: .

Was mir aber auffiel: ich halte den Brenner/Elektrode links (45° gegen Schweissrichtung) und führe den Draht rechts. So einige Male habe ich über den Draht trotz Handschuh merklich eine gefegt bekommen. Habe ich dann die Wolfram Elektrode berührt?? und wo kam die Erde her?
Wenn die Ergebnisse präsentabel werden werde ich sie mal posten.

Gruß
vy73

Wolfgang
DC8PP

Benutzeravatar
wolfgang
Beiträge: 37
Registriert: 10 Dez 2018, 09:58
Wohnort: Hamminkeln

Re: WIGgen

Beitrag von wolfgang » 04 Jul 2019, 16:35

Für die die es interessiert poste ich einmal den "Fortschritt" der Übungen. Als Grundlage habe ich eine solide Ausbildung in Autogenschweissen im Flugzeugbau vor 50 Jahren :geek: .
Erster Versuch:
IMGP0001neu.JPG
IMGP0001neu.JPG (219.46 KiB) 754 mal betrachtet
Das Gerät
IMGP0003neu.JPG
IMGP0003neu.JPG (170.41 KiB) 754 mal betrachtet
Nahtbereich mit Edelstahlbürste gereinigt
IMGP0004neu.JPG
IMGP0004neu.JPG (170.83 KiB) 754 mal betrachtet
geheftet
IMGP0005neu.JPG
IMGP0005neu.JPG (188.91 KiB) 754 mal betrachtet
durchgeschweißt
IMGP0006neu.JPG
IMGP0006neu.JPG (178.4 KiB) 754 mal betrachtet
Rückseite

Der wesentliche Fehler ist, daß mein Filter zu dunkel eingestellt war und ich während des schweißens die Naht nicht mehr erkennen konnte und um die Naht Zickzack schweißte. Zusätzlich habe ich beim heften zu lange 'draufgehalten, dadurch das Loch am Anfang.

2. Versuch:
IMGP0007neu.JPG
IMGP0007neu.JPG (202.63 KiB) 754 mal betrachtet
geheftet
IMGP0008neu.JPG
IMGP0008neu.JPG (165.36 KiB) 754 mal betrachtet
durchgeschweißt
IMGP0009neu.JPG
IMGP0009neu.JPG (195.46 KiB) 754 mal betrachtet
Rückseite

Man sieht, daß der Filter jetzt richtig eingestellt ist, die Naht wird gerader (mal vom Tremor abgesehen :mrgreen: ).
Am Anfang der Naht stimmte die Geschwindigkeit, Zum Ende wurde ich zu langsam, die Naht sackte etwas durch. Auch ist der Fortschritt nicht gleichmäßig genug. Aber :P , die Naht würde halten, im Gegensatz zu den ersten Nähten in der Lehre.

Wird fortgesetzt...
vy73

Wolfgang
DC8PP

Martin
Site Admin
Beiträge: 266
Registriert: 08 Dez 2018, 19:26

Re: WIGgen

Beitrag von Martin » 05 Jul 2019, 21:51

prima, jeder fängt mal an.
Für wirklich belastbare Sachen aus Alu wärmst du mal mit der Propan-Flamme vor, so 250 bis 300Grad. Das spart auch ne Menge Gas da man dann schneller am Ziel ankommt. Die Wolframnadel schön spitz anschleifen, nicht abrunden.
lG Martin

Benutzeravatar
wolfgang
Beiträge: 37
Registriert: 10 Dez 2018, 09:58
Wohnort: Hamminkeln

Re: WIGgen

Beitrag von wolfgang » 06 Jul 2019, 14:54

Hallo Martin,
ich hatte nochmals mit Flugzeugbauern gesprochen, bei 3mm kan man auch ohne Vorwärmen schweissen, Dann ist allerdings der Gasverbrauch höher.

Mein Hauptfehler war meine Erfahrung beim autogenen Schweissen. Da läßt man die Flamme immer zu beiden seiten der Naht pendeln, um das Werkstück gleichmäßig zu erwärmen. Das tut man beim E-Schweissen nicht, da fährt man ruhig über das Werkstück.

Langsam kommt es.

Hintergrund meiner Schweissübungen ist der Bedarf eines Spezialgehäuses.
Auf der Arbeitsplatte meiner Station tummeln sich 4 Monitore samt Kabeln. Damit ist ein ausgewachsener Schreibtisch zugemüllt. Da meine Station im Dachgeschoss mit Dachschrägen ist war meine Idee, die Monitore schön in Sichthöhe an den Schrägen zu befestigen.
Für den Server hatte ich einen LCD zerlegt und erfolgreich auf eine 19“ Frontplatte montiert.
Das hatte ich nun auch mit den 4 Monitoren vor.
Zur Montage an der Dachschräge wollte ich ein Gehäuse bauen, 100mm hoch, 2m*400mm, daß an die Schräge geschraubt werden kann und wo die LCD Frontplatten angeschraubt werden.
Hier sind die Monitore beiseite geräumt, das Gehäuse beginnt rechts vom Fenster..
DSC04495angep.JPG
DSC04495angep.JPG (194.4 KiB) 722 mal betrachtet
DSC04496angep.JPG
DSC04496angep.JPG (185.3 KiB) 722 mal betrachtet
Für dieses Gehäuse boten sich 3 Möglichkeiten:

1. Blechzuschnitt aus z.B. 0,8mm Alu und so montieren/verkleben, daß immer 2 Bleche übereinander liegen.
Vorteil: weitgehend einfache Herstellung, sehr geringes Gewicht, saubere, glatte Oberfläche
Nachteil: Isolation der Blechteile durch Epoxy-Kleber, daher dedizierte Masse erforderlich, Passgenauigkeit der Langen Profile schwierig.

2. Wie 1, nur Nieten statt kleben.
a. Alu-Senkniete
Vorteil: sehr geringes Gewicht, saubere, glatte Oberfläche, durchgehend leitende Oberfläche
Nachteil: Passgenauigkeit der Langen Profile schwierig, passende Niete nicht leicht zu bekommen, Spezialwerkzeug erforderlich, Herstellung, insbesondere Senkniete schwierig.

b. Pop-Niete
Vorteil: weitgehend einfache Herstellung, sehr geringes Gewicht, durchgehend leitende Oberfläche, Werkzeuge und Niete vorhanden
Nachteil: Passgenauigkeit der Langen Profile schwierig, Oberfläche „pockennarbig“

3. Schweissen aus U-Profilen, 3mm stark
Vorteil: Verwendung von fertigen Profilen, z.B. 100*50mm U, einfache Herstellung, durchgehend leitende, glatte Oberfläche
Nachteil: höheres, fast doppeltes Gewicht,Schweissfertigkeiten erforderlich, Schweissgerät erforderlich.


Schönes Wochenende

P.S., ich sehe auf den Photos gerade die dunklen Ecken und habe nochmal nachgesehen, da ist nichts feucht.
vy73

Wolfgang
DC8PP

Antworten