200 Hz Rechteck an einen elektrostatischen Lautsprecher

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Physikfan
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200 Hz Rechteck an einen elektrostatischen Lautsprecher

Beitrag von Physikfan » 23 Jan 2019, 23:17

Mit Hilfe eines Kondensator-Meßmikrofons und des FFT Analysators HP3561A habe ich die Wiedergabe eines 200 Hz Rechtecksignals durch einen elektrostatischen Lautsprecher Martin Logan Sequel II untersucht:

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Das ist der elektrostatische Lautsprecher:
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FT Signal des Rechtecksignals 200 Hz des Funktionsgenerators:
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FT Signal des Kondensator-Meßmikrofons:
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Martin
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Re: 200 Hz Rechteck an einen elektrostatischen Lautsprecher

Beitrag von Martin » 24 Jan 2019, 18:45

ein Rechtecksignal auf einen Lautsprecher zu leiten, das halte ich eher für Dinge die die Welt nicht braucht.
Der kann aufgrund seiner Massenträgheit nichts damit anfangen.
Übliche Untersuchungsmethoden sind Sinus Sweep über den ganzen Bereich, oder mittels Rauschgenerator begrenzt auf das Hörspektrum.

lG Martin

Physikfan
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Re: 200 Hz Rechteck an einen elektrostatischen Lautsprecher

Beitrag von Physikfan » 24 Jan 2019, 20:55

Die Massenträgheit ist das richtige Stichwort für das Anlegen eines Reckecksignals.
ESLs habe ein eher eine geringe Massenträgheit, diesen Martin Logan werde ich als Referenz nehmen.
Ich werde auch eine Reihe von dynamischen Lautsprechern mit demselben Versuchsaufbau testen.

"Übliche Untersuchungsmethoden sind Sinus Sweep über den ganzen Bereich, oder mittels Rauschgenerator begrenzt auf das Hörspektrum."

Da hast Du recht, aber Sprungsignale liefern noch zusätzliche Information.

Außerdem möchte ich noch Mikrophone testen, daher der Versuch einer Erzeugung eines akustischen Rechtecks, wie Du siehst, nicht sehr perfekt.

Physikfan
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Re: 200 Hz Rechteck an einen elektrostatischen Lautsprecher

Beitrag von Physikfan » 03 Feb 2019, 22:10

Der Martin Logan ESL mit 200 Hz Rechteck:

Signal des Rechtecks in den Verstärkereingang ganz oben, 20 mV/cm, 40 mVpp
Mitte Mikrofonsignal 5 mV/cm, 27 mVpp
Unten Stromsignal 1 A/cm, 5 App (Ausgangsstroms des Verstärkers in den Eingang des Martin Logan ESL.

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FT des Stromsignals 5 App, Mittenfrequenz 1 kHz:

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FT des Stromsignals 5 App, Mittenfrequenz 5 kHz:

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Obelix2007
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Re: 200 Hz Rechteck an einen elektrostatischen Lautsprecher

Beitrag von Obelix2007 » 04 Aug 2019, 04:53

Macht Dein Verstärker aus dem zugeführten Rechteck diesen Sinus mit Spitzen oder entsteht das erst durch die Belastung durch den ESL?

Hat der Logan ein separates HV-Netzteil oder wird das aus dem Signal gewonnen? Ich frage das, weil ich noch einige STAX-Mitteltöner habe, welche sich aus dem Signal selbst mit der Polarisations-Hochspannung versorgen. Man muß daher bei Messungen an meinen Stax erst vorher schon mal ein lautes Signal vorschicken, damit sich die Polarisation aufbaut. Bei Musikwiedergabe dauert 's auch erst 'ne Zeit, bis die richtige Lautstärke erreicht ist.

Leitest Du aus der Anzahl und dem Abklingen der Oberwellen-Spitzen Kriterien bzgl. Frequenzgang ab oder was sind genau die zusätzlichen Informationen?

Ich probiere das dann auch mal an meinen ESL's.
Gruß Horst

asb
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Re: 200 Hz Rechteck an einem elektrostatischen Lautsprecher

Beitrag von asb » 04 Aug 2019, 21:41

Zu dem Oszillogramm oben : es wäre sinnvoll, im Interesse der Auflösung die Zeitbasis des Oszilloskops so einzustellen, dass nur ein voller Kurvenzug des Signals sichtbar ist. Alles andere ist doch nur uninteressante Wiederholung.

Die Frage, wie das Signal am Endstufen Ausgang aussieht, ist berechtigt und das muss bei der Auswertung berücksichtigt werden. Die kapazitive Belastung ist nicht für jeden Verstärker das richtige. Für den alten Quad Elektrostaten zum Beispiel nimmt man 8 Ohm parallel 20 μF als Ersatzschaltung an.

Ich teile die Ansicht nicht, dass eine Untersuchung der Rechteckwiedergabe eines Lautsprechers nicht von Interesse sei. Vielmehr hat man hier die Möglichkeit, neben Amplitude auch die Phase zu sehen, besonders interessant bei Mehrwegelautsprechern. Warum bekommt man dann solche Kurven nicht öfter zu Gesicht ?
Aus dem einfachen Grund weil sie bei den meisten Lautsprechern grauenhaft aussehen. Ausnahmen waren
zum Beispiel B&O Erzeugnisse einer bestimmten Serie und Backes & Müller Monitor 5.

Lesestoff : "A Novel Approach to Linear Phase Loudspeakers Using Passive Crossover Networks" von Erik Baekgaard (Bang & Olufsen) im AES Journal (den Artikel müsste ich kopieren). In einer der Zeitschriften für
den Rundfunkfachhandel oder in der HiFi Stereophonie gab es in den siebziger Jahren einen Testbericht mit Oszillogrammen von Rechteckimpulsen mehrerer Testlautsprecher, die Monitor 5 waren mit Abstand die besten (d. h. ein Rechteck war zu erkennen).

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